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Jahr 1893

Entgegen früherer Annahme, daß die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr auf eigene Initiative der Ortsbewohner erfolgt ist, ergaben neuere, genauere Recherchen, daß dies vielmehr auf immer wieder erfolgtes Drängen des königlichen Bezirksamtes Ansbach geschehen ist. Das erklärt auch, warum die erste, noch vorhandene Handkraftspritze der Gemeinde Brünst die Jahreszahl 1893 trägt.
 
Alle gesunden Männer in einem gewissen Altersabschnitt wurden Kraft königlicher Verordnung zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Es zeigte sich jedoch, daß diese lose Truppe ohne jede Ausbildung nur schlecht mit den Geräten umgehen konnte und oft mehr Schaden als Nutzen anstellte.

Deshalb erging vom Bezirksamt mehrmals die Bitte an den Bürgermeister, doch eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, die mit gewählten Führungsleuten sich einer effizienteren Ausbildung und laufenden Prüfungen unterwirft und auch nach außen hin durch einheitliche Uniform einen geordneten Eindruck macht.

Johann Büttner, Kommandant von 1900 bis 1913

Jahr 1900

Am Sonntag, den 29.April 1900 fanden sich auf Bitten des damaligen Bürgermeisters Engelhardt dreißig verantwortungs-bewußte Männer unserer Gemeinde zusammen, eine Gruppe zu bilden, um im Notfall Mensch und Tier, Hab und Gut vor der Vernichtung zu retten.Als Vorstand wurde Bürgermeister Engelhardt, als Kommandant und Zeugwart Johann Büttner und als Kassier Georg Geymann, alle aus Brünst, gewählt.

Nachdem die Aufnahme der Wehr in den Bayerischen Landes-Feuerwehrverband am 2. Juni 1900 erfolgt war, gab das Königliche Bezirksamt 100 Mark Gründungszuschuß, die Gemeinde sowie der Centralfond ebenfalls 100 Mark. Angeschafft wurden 33 neue Mützen und 30 Joppen sowie andere Feuerwehrrequisiten im Wert von insgesamt 360 Mark.

Jahr 1905

Am 26. August 1905 fand die erste Inspektion durch den zuständigen Bezirksinspektor statt, welcher in seiner Niederschrift die Gesamtleistung der Wehr als "sehr gut" und die Requisiten in "größter Ordnung" befand.

Jahr 1906

Zur Jahreshauptversammlung am 4. Februar 1906 erhielt die Feuerwehr 5 Mark von der Gemeindekasse (Zum Vergleich: 1 Maß Bier kostete damals ca. 0,20 Mark!!). Ferner wurden neue Vorschriften ausgehändigt, welche "jedermann genau durchzulesen hat". Außerdem müssen, nach Auftrag des Königlichen Bezirksamtes 5 neue Leitern für Ballstadt, Gödersklingen, Kühndorf, Schmalach und Wüstendorf angeschafft werden.

Jahr 1907

1907 wurde unter anderem beschlossen, daß der Schmiedemeister Geymann aus Brünst für das Reinigen der Spritze mit 4 Mark jährlich zu entschädigen ist.

Johann Gehring

Jahr 1913

Auf der Generalversammlung 1913 wurde zum Kommandant und Vorstand Johann Gehring aus Schmalach gewählt.

Jahr 1930

Als denkwürdiger Tag dürfte der 8. Juli 1930 zu bezeichnen sein. Es wurde die erste fahrbare Motorspritze -Fabrikat Paul Ludwig, Leistung 600 Ltr./min. - übernommen.

Johann Bürkel

Jahr 1934

Auf der Jahresversammlung am 15. April 1934 wurde Johann Bürkel aus Kühndorf zum Kommandanten und Vorstand gewählt.


Johann Gehring, der dieses Amt 21 Jahre inne hatte, wurde in Anbetracht seiner hervorragenden Verdienste zum Ehrenkommandanten, mit der Berechtigung zum Tragen der Kommandantenuniform, ernannt.

Jahr 1936

Die anfänglich regelmäßigen Eintragungen im Protokollbuch über die Jahresversammlungen, die meist in den ersten Monaten des Jahres stattfanden, wurden immer lückenhafter. Die letzte Niederschrift datiert vom 16. Februar 1936 .

Die weiteren bedeutenden Ereignisse innerhalb der Feuerwehr wurden durch mündliche Überlieferungen und zum Teil durch das "Stammlistenbuch für die Feuerwehr Brünst" das von Georg Geymann am 12. Mai 1912 angelegt wurde, festgehalten.

Jahr 1937

Oberfeuerwehrmann Johann Engerer aus Gödersklingen übernahm 1937 das Amt des Vorstandes. Während des 2.Weltkrieges wurde die Mannschaftsstärke der Wehr sehr geschwächt, so daß in Gödersklingen sogar eine weibliche Löschgruppe gebildet und mit den Geräten vertraut gemacht wurde um im Ernstfall einsatzfähig zu sein.

Johann Böhmländer

Jahr 1946

Bei Kriegsende, im Frühjahr 1945, als viele Anwesen der Umgebung durch feindlichen Beschuß niederbrannten, blieb unsere Gemeinde vor Feuerschaden verschont. 1945 mußte Kommandant Bürkel aus politischen Gründen sein Amt niederlegen.

Als Nachfolger wurde Johann Böhmländer aus Ballstadt bestimmt

Jahr 1952

Am 16. November 1952 wurde eine weitere fahrbare Motorspritze in Dienst gestellt und in Kühndorf stationiert: Paul-Ludwig, Leistung 400 Ltr./min. Zug um Zug wurde die Wehr von der Gemeinde mit neuen, modernen Uniformen ausgerüstet.

Georg Enßer

Jahr 1954

1954 legte Kommandant Böhmländer aus Altersgründen sein Amt in jüngere Hände.

Als Nachfolger wurde am 21.02.54 Georg Enßer
aus Brünst gewählt.

Jahr 1956

1956 wurde eine weitere neue Motorspritze TS 8/8 - Paul Ludwig- in Brünst übernommen und die alte nach Gödersklingen stationiert, wo sie noch bis 1961, als eine weitere TS 8/8-Magirus von der Gemeinde angeschafft wurde, ihren Dienst erfüllte. Der Gerätebestand der FFW Brünst war damit vorbildlich.

Georg Zeilinger

Jahr 1961

Am 16. März 1961 übernahm Georg Zeilinger aus Gödersklingen die Führung der Wehr, nachdem es dem vorigen Kommandanten Georg Enßer infolge einer heimtückischen Krankheit nicht vergönnt war, sein Amt weiterzuführen.

Georg Zeilinger's Anliegen war von Anfang an, die Löschgruppen auf einem hohen Ausbildungsstand zu bringen.

Jahr 1962

Anläßlich der Feuerschutz-woche 1962 fand auf dem Betrieb Stallmann in Röshof eine Einsatzübung mit Unterstützung eines Löschzuges und des Tanklöschfahrzeuges aus Flachslanden statt. Landrat Konrad Rosenhauer persönlich überreichte bei dieser Gelegenheit an folgende Feuerwehrmänner für 40-jährige Dienstzeit das silberne Feuerwehrabzeichen nebst Urkunden:

Johann Böhmländer/Ballstadt, Johann Bürkel/Kühndorf, Johann Bogenreuther/Schmalach, Johann Engel/Gödersklingen, Johann Engerer/Gödersklingen, Lorenz Engerer/Schmalach, Georg Geymann/ Brünst, Johann Heubeck/Ballstadt, Leonhard Körner/Wüstendorf und Johann Meyer/Schmalach.

22 weitere Feuerwehrmänner unserer Gemeinde empfingen die Auszeichnung für 25-jährige Dienstzeit. Von Kreisbrandinspektor Hufnagel erhielten 2 Löschgruppen das Leistungsabzeichen überreicht. Neben der praktischen Ausbildung legte Kommandant Zeilinger vor allem auch Wert auf Kameradschaft und Geselligkeit. Es wurden Ausflugsfahrten und Kameradschaftsabende durchgeführt, die allseits guten Anklang fanden.

Jahr 1966

Anläßlich eines Familienabends am 30. April 1966 in Ballstadt wurde Altbürgermeister und langjähriger Vorstand Johann Engerer verabschiedet. Der Vorsitz der Wehr ging nun an den neuen Bürgermeister Georg Neumeier aus Ballstadt über.

Jahr 1969

Bereits 1969 hatten sieben Gruppen der Brünster Feuerwehr erfolgreich die Prüfung für das Leistungsabzeichen abgelegt. Davon vier silberne und zwei für die goldene Vorstufe.

Jahr 1971

Für den vorbildlichen Ausbildungsstand der Wehr und für die umsichtige Leitung bei zwei Bränden in der Gemeinde erhielt Zeilinger 1971 vom Bayerischen Innenministerium das Feuerwehr-Steckkreuz verliehen: Eine Auszeichnung, die für den Kommandanten einer Ortswehr sehr selten ist.